
Wut-Detektive: Wut entdecken und verstehen
- Selbstregulation
- Gefühle
- Selbstwahrnehmung
- Schule
- 1.-4. Schulstufe

Mediation erleben – Konflikte verstehen, Perspektiven verbinden
Wie gelingt es, in einem Konflikt präsent zu bleiben, wenn Emotionen hochgehen? Wie können Mediator*innen Menschen unterstützen, sich gehört und verstanden zu fühlen – ohne selbst Partei zu ergreifen? Und wie kann Verbindung entstehen, auch wenn unterschiedliche Perspektiven und Bedürfnisse bestehen?
Dieser theaterpädagogische Workshop richtet sich an Schüler*innen, die bereits als Peer-Mediatorinnen tätig sind oder sich mit Mediation und Konfliktlösung beschäftigen. Ziel ist es, ihre Fähigkeiten zu vertiefen und Mediation nicht nur als Gesprächstechnik, sondern als Zusammenspiel von Präsenz, Wahrnehmung, Empathie, emotionaler Kompetenz, Perspektivenwechsel und Verantwortung erfahrbar zu machen.
Mit Methoden aus Theaterpädagogik, Körper- und Präsenzarbeit, Improvisation, Statuenarbeit und Rollenspiel beschäftigen sich die Schüler*innen zunächst mit ihrer eigenen Rolle als Mediator*innen. Praktisches Erproben und gemeinsame Reflexion greifen dabei ineinander. Dabei wird erfahrbar, wie Körperhaltung, Blickkontakt, Stimme und aktives Zuhören dazu beitragen, Sicherheit und Augenhöhe in einer Konfliktsituation herzustellen. Achtsamkeit wird dabei als konkretes Werkzeug vermittelt: wahrnehmen, innehalten, zuhören und sprachliche und nonverbale Signale erkennen.
Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf dem Umgang mit Emotionen in Konflikten. Gefühle werden nicht als Störung verstanden, die beruhigt oder sogar beseitigt werden muss, sondern als Hinweise auf zugrunde liegende Bedürfnisse. Die Schüler*innen lernen, Gefühle wahrzunehmen, zu benennen und in der Mediation aufzugreifen. Durch körperliche und szenische Arbeit erfahren sie, wie sich etwa Wut, Angst, Ohnmacht, Hoffnung oder das Bedürfnis nach Sicherheit und Freiheit ausdrücken können und welche Bedeutung diese Wahrnehmung für die Konfliktvermittlung hat.
Darauf aufbauend steht der Perspektivenwechsel im Mittelpunkt. Die Schüler*innen setzen sich damit auseinander, wie unterschiedliche Erfahrungen, Narrative und Bedürfnisse nebeneinander bestehen können, ohne dass eine Perspektive die andere auslöschen muss. Bei emotional aufgeladenen Konflikten wird erprobt, Ambiguität auszuhalten, beide Seiten ernst zu nehmen und nach dem Verbindenden zu suchen. Die persönliche jüdisch-arabische Zusammenarbeit der Workshopleiter*innen bietet einen authentischen friedenspädagogischen Erfahrungsbezug und zeigt beispielhaft, wie Dialog trotz unterschiedlicher Perspektiven möglich bleiben kann.
Den zentralen Praxisteil bildet die szenische Mediationsarbeit. In kleinen Gruppen übernehmen die Schüler*innen unterschiedliche Rollen innerhalb konkreter Konfliktsituationen und erproben Mediation im Spiel. Dabei wenden sie zentrale Schritte an: einen sicheren und respektvollen Rahmen herstellen, aktiv zuhören, Gefühle und Bedürfnisse sichtbar machen, Perspektivenwechsel ermöglichen, Gemeinsamkeiten herausarbeiten, eskalierende Konfliktdynamiken beruhigen und realistische Vereinbarungen unterstützen.
Die Szenen werden gemeinsam reflektiert und können erneut gespielt oder aus anderen Rollen betrachtet werden. So entsteht ein geschützter Erfahrungsraum, in dem die Schüler*innen unterschiedliche Vorgehensweisen ausprobieren, Fehler machen und ihre eigene Haltung als Mediator*innen weiterentwickeln.
Die körperliche und szenische Arbeit macht Mediation unmittelbar erfahrbar: Die Schüler*innen entwickeln Sicherheit darin, auch in herausfordernden Konfliktsituationen präsent, empathisch und handlungsfähig zu bleiben. Sie erleben, wie sie Dialog und Verständigung ermöglichen und zu einem respektvollen und friedlichen Miteinander in ihrer Schule beitragen können.
Im Zentrum steht dabei eine grundlegende Erfahrung: Friedliche Konfliktbearbeitung bedeutet nicht zwangsläufig Einigkeit. Entscheidend ist die Fähigkeit, Unterschiede auszuhalten, Menschen in ihren Bedürfnissen ernst zu nehmen und einen Raum zu schaffen, in dem Verständigung wieder möglich wird.
5. — 9. Schulstufe
Bei Gruppen ab 11 Teilnehmer*innen wird der Workshop auf fünf Stunden erweitert, um ausreichend Raum für szenische Mediationsarbeit, Beobachtung und gemeinsame Reflexion zu gewährleisten.
Dauer des Angebots:
4 bis 5 UE
Für die Buchung nimmst du direkt mit dem*der Anbieter*in Kontakt auf.
Stell sicher, dass du eine schriftliche Buchungsbestätigung bekommst.
Bitte bereiten Sie den Klassenraum vor Workshopbeginn so vor, dass die Schüler*innen bereits in einem Sesselkreis sitzen. Die Tische sollen weitgehend an den Rand des Raumes geschoben werden, damit ausreichend freie Fläche für Bewegung und theaterpädagogische Übungen zur Verfügung steht. Bei kleinen Klassenräumen ist die Nutzung eines größeren Raumes nach Möglichkeit von Vorteil. Für alle Schüler*innen sollen gut lesbare Namensschilder vorbereitet sein. Lehrpersonen sind herzlich eingeladen, während des Workshops anwesend zu sein und diesen aus einer beobachtenden Rolle zu begleiten. So können sie die Übungen und Gruppenprozesse miterleben und die nachhaltige Verankerung der Workshopinhalte im Schulalltag unterstützen. Der Workshop ist bewegungsorientiert und partizipativ. Besondere Bedürfnisse oder relevante Informationen zur Klassendynamik bitten wir nach Möglichkeit vorab mitzuteilen. Benötigte Workshopmaterialien bringen wir mit.
Vergiss nicht, die Person, die an deiner Schule das Schulkontingent verwaltet, über deine Buchung zu informieren, damit die Verrechnung über Wiener Bildungschancen klappt.
Bitte beachte, dass auch Kosten anfallen können, wenn du ein gebuchtes Angebot nicht rechtzeitig absagst. Mehr zu den Stornobedingungen im FAQ.


