
Ich gebe auf mich 8!
- Kinderschutz
- Bauchgefühl
- Richtig entscheiden
- Schule
- 1.-4. Schulstufe

Wie funktioniert Demokratie eigentlich – und wie fühlt sie sich an? Was bedeutet es, mitbestimmen zu können? Wer wird gehört, wer setzt sich durch und wer bleibt vielleicht unsichtbar? Und was braucht es, damit unterschiedliche Menschen gemeinsam Entscheidungen treffen können?
In diesem theaterpädagogischen Workshop setzen sich Schüler*innen nicht nur theoretisch mit Demokratie auseinander, sondern erleben demokratische und gesellschaftliche Prozesse unmittelbar im gemeinsamen Spiel. Abstrakte Begriffe wie Mitbestimmung, Macht, Verantwortung, Freiheit, Gleichheit oder Minderheitenschutz werden dabei körperlich, emotional und sozial erfahrbar.
Mit Methoden aus Improvisation, Körper- und Stimmarbeit, Rhythmus, Rollen- und Statusarbeit, szenischem Spiel und gemeinsamer Reflexion untersuchen die Teilnehmer*innen, wie Gruppen funktionieren. Sie erleben, wie Dominanz, Zurückhaltung, Zustimmung, Widerspruch oder Vermittlung Gruppen beeinflussen und unterschiedliche Macht- und Entscheidungsstrukturen entstehen.
Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf demokratischen Entscheidungsprozessen. Die Schüler*innen bearbeiten Aufgaben, bei denen unterschiedliche Interessen und Bedürfnisse aufeinandertreffen und gemeinsam Lösungen gefunden werden müssen. Dabei stellen sich zentrale Fragen: Wer spricht und wer wird gehört? Wie bilden sich Mehrheiten? Was geschieht mit Minderheiten? Wie entstehen Gruppendruck und Koalitionen? Welche Rolle spielen Regeln und Kompromisse? Und was passiert, wenn Einzelne besonders viel Einfluss erhalten?
Die Erfahrungen werden gemeinsam reflektiert und mit demokratischen Prinzipien wie Mitbestimmung, Meinungsfreiheit, Pluralismus, Minderheitenschutz, Gerechtigkeit und Verantwortung verbunden.
Ergänzend bringen die zwei Trainerinnen aus der Nahostregion Perspektiven auf demokratische und zivilgesellschaftliche Grassroots-Bewegungen der Region ein. Konkrete Beispiele zeigen, wie Menschen sich organisieren, Beteiligung einfordern, Dialogräume schaffen und sich für friedlichen gesellschaftlichen Wandel einsetzen. Demokratie wird so auch als gelebte Praxis von Teilhabe und gemeinsamer Verantwortung sichtbar. Zugleich wird ihre Bedeutung für Friedensprozesse und friedliches Zusammenleben thematisiert: Wo Menschen gesellschaftliche Prozesse mitgestalten können, können Konflikte sichtbar und gewaltfrei ausgehandelt werden. Denn Gleichberechtigung lebt auch von der Partizipation aller.
Darüber hinaus setzen sich die Schüler*innen spielerisch mit unterschiedlichen gesellschaftlichen und politischen Ordnungsformen auseinander. Dabei geht es nicht darum, politische Systeme lediglich als „gut“ oder „schlecht“ zu bewerten. Vielmehr untersuchen sie, wie sich unterschiedliche Formen von Ordnung, Freiheit, Kontrolle und Beteiligung auf Gruppen und Einzelne auswirken. Fragen wie „Wann fühle ich mich sicher?“, „Wann werde ich übergangen?“, „Wer darf entscheiden?“ oder „Was geht verloren, wenn Macht nicht begrenzt wird?“ eröffnen eine persönliche und gesellschaftspolitische Auseinandersetzung.
Die theaterpädagogische Arbeit schafft einen geschützten Raum, in dem Schüler*innen Rollen und Perspektiven wechseln, Entscheidungen treffen, Konflikte erleben und alternative Handlungsmöglichkeiten erproben können – ohne vorgegebene „richtige“ Lösung. Die Reflexion verbindet diese Erfahrungen mit ihrem Alltag und macht sichtbar, dass demokratisches Zusammenleben von Beteiligung, Zuhören, Aushandlung und gemeinsamer Verantwortung lebt.
Körper-, Präsenz- und Stimmarbeit fördern dabei Aufmerksamkeit, Wahrnehmung, Ausdrucksfähigkeit und Gruppengefühl. Zugleich machen sie Macht, Unsicherheit, Dominanz, Widerstand und Beteiligung auch körperlich wahrnehmbar.
Die Schüler*innen erfahren so, dass Demokratie mehr bedeutet als Wahlen oder politische Institutionen: Sie zeigt sich auch darin, wie wir miteinander sprechen, Unterschiede aushalten, Verantwortung übernehmen, Konflikte austragen und gemeinsame Entscheidungen gestalten.
1. — 9. Schulstufe
Dauer des Angebots:
4 UE
Für die Buchung nimmst du direkt mit dem*der Anbieter*in Kontakt auf.
Stell sicher, dass du eine schriftliche Buchungsbestätigung bekommst.
Bitte bereiten Sie den Klassenraum vor Workshopbeginn so vor, dass die Schüler*innen bereits in einem Sesselkreis sitzen. Die Tische sollen an den Rand des Raumes geschoben werden, damit ausreichend freie Fläche für Bewegung und theaterpädagogische Übungen zur Verfügung steht. Für alle Schülerinnen sollen gut lesbare Namensschilder vorbereitet sein. Die Lehrperson kann während des Workshops anwesend bleiben und sich möglichst neutral im Hintergrund als Beobachter*in aufhalten, damit sich die Schüler*innen frei auf die Gruppenprozesse einlassen können. Der Workshop ist bewegungsorientiert und partizipativ. Besondere Bedürfnisse oder relevante Informationen zur Klassendynamik bitten wir nach Möglichkeit vorab mitzuteilen. Benötigte Workshopmaterialien bringen wir mit.
Vergiss nicht, die Person, die an deiner Schule das Schulkontingent verwaltet, über deine Buchung zu informieren, damit die Verrechnung über Wiener Bildungschancen klappt.
Bitte beachte, dass auch Kosten anfallen können, wenn du ein gebuchtes Angebot nicht rechtzeitig absagst. Mehr zu den Stornobedingungen im FAQ.


